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Exkursionsleiter Christop Flory mit den vielen Teilnehmern

Exkursion Chly Rhy

Exkursion des Naturschutzverein Aare-Rhein, und BirdLife Aargau

Grossaufmarsch zur Exkursion Chli Rhy

War es der wunderbare Maienmorgen, der Muttertag oder das attraktive neue Auenschutzgebiet in Rietheim, was zu dieser Exkursion lockte? Rund 80 Personen fanden sich ein, um das von Pro Natura und dem Kanton Aargau angelegte neue Auengebiet kenne zu lernen.

Unberechenbare Auen – früher gefürchtet

Exkursionsleiter Christoph Flory wusste die grosse Schar Interessierter schnell In seinen Bann zu ziehen. Der Aargauer Biologe war von Anfang dabei, als 1999 die ersten Ideen aufkamen, bei Rietheim ein Auengebiet zu renaturieren. Auen galten und gelten als unberechenbare Lebensräume. Darum wurden sie in den vergangenen Jahrhunderten gebändigt oder ganz eliminiert. An der einzigen übrig gebliebenen freien Fliessstrecke am Rhein vom Rheinfall in Schaffhausen bis nach Basel wurde im Rahmen des Auenschutzparkes Aargau eines der grössten Gebiete der Natur zurück gegeben. Im Juni 2015 wurde der neu geschaffene Lebensraum der Natur unter Mitwirkung von Behörden und Bevölkerung eingeweiht.

Geduld bringt Früchte

Noch 1912 existierte der Chly Rhy als freifliessender Nebenarm des Rheins. Dann wurde er durch Aufschüttung mit Abfallmaterial gestaut. Zum Glück gab es vor 100 Jahren im Zurzibiet noch kaum problematischen Abfall, so dass bei der Öffnung von Einfluss und Mündung keine grossen Probleme zu bewältigen waren. Bereits bei den Bauarbeiten liessen sich die ersten Eisvögel blicken und hüpften auf den Bauschaufeln der Bagger herum. Doch bis es dazu kam, gingen viele Jahre ins Land, verbunden mit intensiven und extensiven Verhandlungen zwischen den Naturschützern, den Gemeinden, den Grundbesitzern und Bauern. Christoph Flory betonte, dass ein solches Projekt nur zu einem Erfolg führt, indem alle Seiten immer wieder zu Kompromissen bereits sind, so dass schliesslich eine Win-Win-Situation als Ergebnis vorliegt.

Auen – eine Landschaft von grösster Vielfalt

In Auen findet man fast alles an Lebensräumen, was das Unterland in Zusammenhang mit Wasser zu bieten hat: Fliessgewässer, Grundwasserteiche, gestaute Wasser, Sumpfgebiete, Kiesstrände, Inseln, Hecken und Gehölze. 40 % aller Pflanzen und Tiere der Schweiz leben im Auengebiet. Durch die drastische Begradigung der Flussläufe und dem damit einhergehenden Abbau der Auengebiete sind viele Arten deshalb auf der Roten Liste. Um das Gebiet Chli Rhy langfristig zu sichern, wird in einer 2. Etappe ein weiteres Gebiet in eine Auenlandschaft überführt. Extensiv bewirtschaftete Randstreifen mit bunten Wiesen zeugen schon heute von der klugen Anlage des Naturschutzraumes.

Der Kuckuck, hochspezialisiert

Er war zu hören, aber nur gelegentlich aus der Ferne. Faszinierendes wusste Christoph Flory über diese hoch spezialisierte Art zu berichten: 9‘000 km legt dieser Vogel zweimal jährlich zurück von Europa bis südlich des Äquators. In den Nestern von 30-40 verschiedenen Arten kann er mit Erfolg seine Eier ablegen. Zuvor beobachtet der Kuckuck das Nest genau, wirft dann 1-2 Eier bei Abwesenheit des Wirtepaares hinaus, um dann sein Kuckucksei hineinzulegen. Den grössten Erfolg hat er dabei beim Winzling Zaunkönig! Das Verhalten des Kuckucks ist eine Anpassung innerhalb der Evolution, welche ihm das Überleben sichert. Der Kuckuck ist in den letzten Jahren seltener geworden; Biologen vermuten dahinter eine Veränderung des Zugverhaltens, bedingt durch die Klimaveränderung.

Das Herz des Naturschutzgebiets

Dieses liegt im Mündungsbereichs des Chli Rhy und ist eine besonders sensibles Gebiet, das nicht besucht werden darf. Dafür gibt es den Turm, der eine grandiose Rundsicht bietet, und den darunter liegenden Weiher, in dem die Frösche sich zur Freude der Exkursionsteilnehmenden lauthals zu Worte meldeten. Dort liess sich auch der Flussuferläufer blicken. Zwischendurch sangen Amseln, Mönchsgrasmücken, Sumpfrohrsänger, Buchfinken – nicht alle Exkursionsteilnehmer konnten die Stimmen hören, die Gruppe war halt gross. Für alle war es dennoch eine sehr lohnende Exkursion, und mit einem grossen Applaus dankten alle Christoph Flory und seiner kompetenten Führung. Ein herzlicher Dank gilt dem Naturschutzverein Aare-Rhein und Birdlife Aargau für die Durchführung des erfolgreichen Anlasses.