Turmdohlen und Turmfalken

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Die Rauchschwalbe, eine der einheimischen Schwalbenarten
Exkursionsleiterin Claudia Müller in Aktion

Zeitungsbereicht zur Exkursion über Segler und Schwalben

Schwalben und Segler von grossem Interesse

Knapp 40 Personen trafen im Schlosshof Klingnau ein, um mehr über diese spannenden Vögel zu erfahren. Mit Exkursionsleiterin und Ornithologin Dr. Claudia Müller, die an der Vogelwarte Sempach arbeitet, kamen alle auf ihre Rechnung.

Schwalben und Segler nicht verwandt

Zunächst gab Claudia Müller einen kurzen theoretischen Abriss: Obwohl sehr ähnlich im aerodynamischen Körperbau, ihrem Verhalten und ihrer Lebensweise sind diese zwei Vogelfamilien nicht eng miteinander verwandt, sondern haben unabhängig voneinander ähnliche Merkmale entwickelt. Ihre Körperform ermöglicht einen langen Aufenthalt in der Luft, sie sind Insektenfresser und verbringen die kalte Jahreszeit im Süden. Ursprünglich Felsenbrüter haben Segler und Schwalben in den vom Menschen geschaffenen künstlichen Felsen sprich Mauern, Türmen, Häusern etc. neue Lebensräume und Brutplätze gefunden.

Schwalben lieben Ställe

Das konnten die Exkursionsteilnehmer beim nahe gelegenen Bauernhof erleben, wo die Mehlschwalben im Stall hausen und sogar in die nicht benutzten Wohnräume rein und raus flitzen. Sie brauchen Wärme für die Aufzucht ihrer Jungen, die sie auch an kalten Tagen in den Ställen von Kühen, Pferden und Sauen finden. Dort ist auch immer ein gutes Nahrungsangebot von Insekten garantiert. Und wenn sich um den Brutplatz herum noch extensiv genutzte Wiesen und Hecken befinden, dann fühlen sich die Schwalben besonders wohl. Tatsächlich kann man sie als Wetteranzeiger bezeichnen: Bei schönem Wetter fliegen sie weit oben in den Lüften, hingegen suchen sie bei tiefem Luftdruck die Bodennähe.

Die Klingnauer Mauersegler

Seit Jahrzehnten brütet eine Kolonie Mauersegler unter den Dachsparren der Turnhalle in Klingnau. Was passiert mit ihnen während der Renovation? Das war die grosse Sorge von Naturschützern und Alex Höchli, Schulhausabwart. Dank enger Zusammenarbeit mit dem Architekt, dem Kanton und dem Bauteam wurde das unmöglich Erscheinende möglich gemacht: Die Mauersegler konnten ihr Brutgeschäft während der Bauzeit vollziehen, und es waren keine Ersatzbrutplätze nötig. Sogar während des Abschlussfestes der Schule liessen sich die Vögel nicht im Geringsten stören und hielten ihre Flugschule vor versammeltem Publikum ab. - Der dunkle, besonders ans Fliegen angepasste Mauersegler kommt erst Ende April zu uns, gut erkennbar an seinem lauten Ruf, und ist schon Anfang August wieder unterwegs zu seiner weiten Reise südlich der Sahara. Der heisse Sommer von diesem Jahr vertrieb die Vögel schon früher, so dass nur noch einzelne Exemplare gesichtet wurden.

Anpassungsfähige Mehlschwalben

Deren Nester auf der andern Seite der Turnhalle fielen der Renovation zum Opfer. Als Ersatz wurden 30 künstliche Nester unter das Dach gehängt, gesponsert vom NAR – und siehe da, die Mehlschwalben befanden sie für gut und sind bereits daran, die zweite Brut aufzuziehen. Im Gegensatz zu den Rauchschwalben, die in einem Bogen ihr Nest anfliegen, brauchen Mehlschwalben keinen „Anlauf“. Bemerkenswert ist, dass die Klingnauer Mehlschwalben stets von der Döttinger Seite anfliegen… Im Städtli Klingnau konnten schliesslich natürliche Nester bewundert werden, hoch oben an den Fassaden der Sonnen- wie an der Schattengasse. Gut angebrachte Kotbretter verhindern dort die Verschmutzung von Fenstern und Fassaden. Vorwitzig blinzelten die Jungen über den Nestrand, in Erwartung von neuem Futter, herangeflogen von den Elterntieren.

Nach dem Alpensegler ein Glacé

Doch zuvor stellte Claudia Müller noch die weiteren in der Schweiz vorkommenden Arten vor: Uferschwalbe, Felsenschwalbe und den Alpensegler, der während der letzten Jahre die Schweizer Städte erobert hat, unter anderem auch in der Stadt Baden zu finden. – Und während die letzten Schwalben langsam am Himmel verschwanden, tauchte plötzlich ein Baumfalke auf, der grösste Feind der Schwalben. Mit durchdringenden Warntönen geben diese das Signal zur Flucht.

Claudia Müller appellierte an die Teilnehmenden, sich für die hübschen Schwalben einzusetzen – sei es durch Nisthilfen am Haus oder kleine Glunken und Tümpel, in denen die Vögel ihr Nistmaterial Lehm finden können. Nachweise von brütenden Vögeln können jederzeit der Vogelwarte Sempach oder dem NAR www.natur-aare-rhein.ch gemeldet werden. – Nach diesem interessanten und vielseitigen Rundgang am warmen Sommerabend war die offerierte Glacé noch so willkommen. Herzlichen Dank an Sybille!