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wo ist der Specht gelandet?

Spechtexkursion Februar 2011

Trotz widriger Witterung fanden sich gut 20 Personen beim Treffpunkt ein, um den Spechten auf dem Achenberg auf die Spur bzw. ihrem Trommeln und Rufen nachzugehen. Und sie wurden reich belohnt.

Die Exkursion wurde geleitet von Matthias Ernst und Claudia Müller, beides versierte Ornithologen und beste Kenner der Region.

Wertvoller Eichenwald

Der Spaziergang führte Richtung Klingnau/Döttingen zunächst durch einen lockeren Föhrenwald, bekannt als typischer Trockenstandort des Juras, auf dem im Frühling eine grosse Vielfalt an Orchideen zu bewundern sind. An der Grenze zwischen Zurzach und Döttingen erreichte die Gruppe schliesslich einen schönen Eichenbestand. Wie Kunstwerke hoben sich die knorrigen, noch unbelaubten Kronen mit den feinen Verästelungen gegen den grau verhangenen Himmel ab. Eichenwälder sind ökologisch besonders wertvoll, aber auch forstwirtschaftlich von Bedeutung. Bei uns kommen die Stiel-, Trauben- und Flaumeiche vor. Durch das lockere Kronendach gelangt genügend Licht in die untere Waldschicht, so dass Eichenwälder in den unteren Schichten einen vielfältigen Bewuchs aufweisen. Seit einigen Jahren führt der Kanton ein Eichenwaldprogramm und kartiert die vorhandenen Eichenstandorte, um sie vertraglich unter Schutz zu stellen.

Die Eichenrinde – ein gedeckter Tisch

Eichen haben eine extrem dicke Rinde, die von tiefen Furchen und Rissen durchzogen ist – ein idealer Lebensraum für mehr als 100 Kleintiere, aber auch Moose und Flechten. Hier finden die Spechte einen gedeckten Tisch. Mit ihren langen, klebrigen Zungen holen sie die Insekten aus der Baumrinde heraus; anschliessend wird die Zunge schön aufgerollt wieder im Kopf „versorgt“. In den abgestorbenen Baumstämmen, die von Pilzen durchfressen zu Weichholz werden, können die Spechte mit ihren starken Schnäbeln ihre Bruthöhlen hinein hämmern. Diese dienen wiederum vielen Vögeln und anderen Tieren als Höhle. Deshalb ist es wichtig, dass Totholz im Wald stehen bleibt. Bei den Forstleuten erfreuen sich Spechte grosser Beliebtheit, da sie viele Baumschädlinge vernichten.

Mittelspecht = Leitart vom Eichenwald

Den Mittelspecht zu sehen oder zu hören, darauf hoffte die Exkursionsgruppe. Denn Eichenwälder sind sein typischer Lebensraum. Der Mittelspecht, der dem häufig vorkommenden Bundspecht sehr ähnlich sieht, kommt nur in der nördlichen Schweiz vor und ist viel seltener. Er ist ein „heimlicher“ Vogel, der sich in dden Baumkronen aufhält und den man selten zu Gesichte bekommt. Mucksmäuschenstill lauschte die Gruppe in den Wald hinein. Und da – ein Vogel flog über die Köpfe hinweg, und kurz darauf war ein jammernder, quäkender Ruf zu hören – der Ruf des Mittelspechtes.

Und kurz danach, in unmittelbarer Nähe, liess sich ein Buntspecht blicken und seinen Trommelwirbel hören.

Trommeln zur Reviermarkierung

Der Buntspecht singt nicht, er trommelt: mit seinem Schnabel hämmert er in rasender Folge (10 Schläge/sec) auf einen schwingenden Ast, der vorgängig auf seine Schalltauglichkeit geprüft wurde. Das Trommeln dient einzig der Reviermarkierung und hat nichts mit dem Klopfen bei der Nahrungssuche zu tun. Dieses Trommeln ist den Spechten möglich durch einen besonders stark ausgeprägten Halsmuskel und eine spezielle Knorpelplatte im Kopf.

Schwarzspecht – Vogel des Jahres

Diese grösste Spechtart liess sich leider nicht blicken, aber auch sie kommt gern in Eichenwäldern vor. Der Schwarzspecht bevorzugt grosse, alte Stämme und ist mit seinem Höhlenbau sehr wichtig für andere Vögel wie Dohlen und Hohltauben. Gerne zerhackt er mit seinem kräftigen Schnabel auch morsche Baumstümpfe. Von ihm weiss man, dass er gesunde Buchen anhackt, um nach 4 – 5 Jahren zu prüfen, ob das Holz unterdessen von Pilzen befallen und aufgeweicht wurde.

Imbiss und Quiz

Oberhalb von Klingnau erwartete die Gruppe ein Znüni mit frischen Gipfeln, bereit gestellt von Sybille Clerc und Sabine Loesgen, der mithalf, die reichhaltigen Eindrücke des Morgens zu verdauen und zu verarbeiten. Herzlichen Dank für diese Stärkung! 

Ein Quiz zum Grünspecht rundete die gelungene Exkursion ab.

Zu Hause angekommen liess sich auch diese Spechtart mit seinem lachenden Ruf noch vernehmen – für wahr ein Spechttag! Ein herzlicher Dank gilt den Exkursionsleitern, die auf höchst interessante Weise ihr Wissen weitergaben und vermittelten.