Benutzeranmeldung

CAPTCHA

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

2 + 1 =
Bitte diese einfache mathematische Aufgabe lösen und das Ergebnis eingeben. Zum Beispiel, für die Aufgabe 1+3 eine 4 eingeben.
Vision Zurzibiet

Stellungsnahme zu Vision Zurzibiet

Natur und Landschaft zu wenig berücksichtigt

Prinzipiell begrüssen wir eine Vision oder mindestens die Tatsache, dass man sich über die Zukunft eines Gebiets Gedanken macht. Da der Vernehmlassungsbogen nur Ja/Nein-Antworten zulässt, entscheidet sich der NAR für diese Form der Stellungnahme.

Zu den Zielen der Vision

Wenn man eine Vision entwickelt, sollten auch mindestens die Ziele genau definiert werden. Klare Ziele (mit Zahlen) und Grundsätze vermissen wir hingegen. Was bedeutet konkret „Entwicklung eines Gebiets“? Wie sieht die Bevölkerungszusammensetzung jetzt aus, und wie sollte sie in Zukunft aussehen? Was unterscheidet sie im Vergleich mit der Schweiz, und welches sind die Gründe für evtl. Abweichungen? Die Aussage: „Uns fehlen einfach die Kinder“ ist allein nicht ausreichend. Zumindest sollten hierzu Überlegungen gemacht werden, wie man das Zurzibiet für junge Familien attraktiv gestalten kann.

Zur Fusion von Gemeinden

Die Aufforderung, über Gemeindegrenzen hinaus zu denken, ist positiv zu bewerten. Es ist sinnvoll, langfristig die Bildung von drei grossen Gemeinden anzustreben. Z. B. ergäbe eine Gemeinde Aaretal mit Döttingen, Klingnau, Böttstein, Leuggern, Leibstadt und Full-Reuenthal eine Fläche von ca. 46 km2. Zusammen mit Koblenz, Villigen, Mandach und Schwaderloch vergrösserte sich die Gemeinde auf ca. 70 km2. Grossräumige Planungen für Naturgebiete, Landwirtschaft, Wirtschaft etc. wären möglich. Die Idee einer Landsgemeinde wirkt in diesem Zusammenhang allerdings seltsam und antiquiert.

Zum Wettbewerb

Gerade einmal drei Gemeinden befinden sich in Bezug auf die Steuerfüsse unter dem kantonalen Mittel (Bad Zurzach, Leibstadt und Döttingen): Döttingen und Leibstadt haben natürlich viel Steuereinkommen von den Kernkraftwerken. Wenn diese Monopolbetriebe nicht wären, gäbe es auch hier einen deutlich höheren Steuerfuss. Das PSI und ihre Ausstrahlung ist zwar wichtig, darf aber nicht überbewertet werden. Es ist kaum vorstellbar, dass das Zurzibiet in Zukunft mit anderen Regionen in einen Wettbewerb treten kann. Stattdessen gilt es, die vorhandenen Werte hervorzuheben und zu stärken wie die Landschaft und Natur, die glücklicherweise noch prägend ist für das Zurzibiet.

Zum Wohnen

Jede der drei Regionen soll attraktiv für das Wohnen werden. Wohnqualität ist jedoch sehr subjektiv. Jeder hat eine unterschiedliche Vorstellung von Wohnqualität. Deshalb ist die Förderung der Wohnqualität ein schwieriges Unterfangen. Stadt und Land sind unterschiedlich und bieten auch unterschiedliche Wohnqualitäten an. Eine Stadt kann z.B. Sport, Kultur, Ausgangsmöglichkeiten, Einkaufsmöglichkeiten etc. parallel anbieten. Ein Dorf bietet eher Ruhe, Natur und Gemeinschaftsleben an. Diese Werte hat das Zurzibiet zu bieten und gilt es zu fördern.

Zur Einteilung der Landschaftsräume

Es verwundert, dass die grossen Flusstäler von Rhein und Aare als Industrie- und Entwicklungsraum eingezont werden sollen, weisen doch gerade diese Landschaftsräume neben dem Jura-Südhang (oberhalb Döttingen, Klingnau, Mandach etc.) einen sehr hohen ökologischen Wert auf. Diese bedürfen einer speziellen Einzonung und Planung hinsichtlich ihrer Naturwerte. Ausserdem bleiben die Risikokarten zu Hochwasserzonen unberücksichtigt, was bei der Überarbeitung der „Vision“ unbedingt mit einbezogen werden muss.

Wo bleibt die Landwirtschaft?

Prinzipiell vermisst in dieser Vision werden Aussagen zu Landwirtschaft und Natur. In einer Kulturlandschaft wie dem Zurzibiet spielt eine nachhaltige Landwirtschaft eine bedeutende Rolle zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Landschaft und ihrer Naturwerte. Das LEP ist deshalb in allen drei Regionen umzusetzen, nicht nur im Surbtal.

Das Zurzibiet hat viele Rebberge, Obstkulturen etc. Die Bedeutung, Entwicklung und Vermarktung dieser Landwirtschaftsprodukte muss auch Teil der Vision sein werden (siehe Strategie Fricktal).

Auch fehlen Perspektiven für weitere Renaturierungen der Auengebiete von Aare und Rhein sowie zum Klingnauer Stausee als Naherholungs- und Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung.

Andererseits darf die Natur nicht einfach als Erholungsfunktion für die Einwohner des Zürzibiets degradiert oder als Anziehungsmagnet für Touristen verkauft (vermarktet) werden. Die Natur hat mit der Biodiversität eine Eigenfunktion und muss in ausgewählten Bereichen auch vor zuviel Freizeitbetrieb geschützt werden.

Zusammenfassung

Insgesamt steht der NAR, der alle Gemeinden rund um den Stausee vertritt, der Vision Zurzibiet kritisch gegenüber und vermisst einen ganzheitlichen Ansatz. Es ist zu hoffen, dass die vermissten Bereiche bei der Überarbeitung Aufnahme in diese „Vision“ finden. Es wäre sehr wünschenswert, dass eine Vertretung der Naturschutzverbände in der Arbeitsgruppe Einsitz nähme.

Für den Vorstand NAR
Luc Van Loon, Präsident, Kleindöttingen